Überall und nirgends

Ich dachte ich finde dich nur im Licht, aber dann bist du zur Dunkelheit geworden, und warst noch immer du.

Ich dachte ich finde dich bei den Geretteten, aber dann bist du mir bei den Verloren geglaubten begegnet, und warst noch immer du.

Ich dachte du bist im Leben und in der Auferstehung, aber dann warst du auch im Tod und bist gestorben. Und auch das warst immer noch du.

Ich verortete dich in der Heilung und in der Gesundheit, aber dann warst du auch in der Krankheit, wurdest zum tiefsten Schmerz und selbst in der Schwäche bist du anwesend.

Ich besang deine Größe und doch begegnest du mir in so vielem Kleinen.

Ich habe deine Fülle gepriesen, und du bist zur großen Leere geworden.

Manche verorten dich im Erfolg, im Wachstum und im Weiterkommen – und doch warst du mir nie näher als im Zurückgehen, im Runterschrauben und Loslassen und Anhalten.

Ich meinte du seist die Wärme, aber jetzt, wo mir soviel Kälte entgegenschlägt, nehme ich dich anders wahr und lerne zu schätzen, wie du Veraltetes einfrieren und aufbrechen lässt.

Und dann merke ich: All diese Kategorien machen gerade gar keinen Sinn mehr für mich.

Denn wenn die Kälte mich zu dir führt, warum sollte ich sie verdammen?

Wenn das Scheitern, das Kaputte mich und meinen Glauben ausmachen, ja auch dein Wirken bestimmt haben, warum muss ich deinen Sieg proklamieren? Wieso kann mich ein Gott, der das Leiden und Scheitern des Göttlichen nicht nur zugelassen hat, sondern freiwillig verkörpert hat, nicht in einen gesunden Glauben führen, viel mehr, als es ein siegreicher religiöser allmächtiger je könnte?

Wenn ich dich überall und in allen Geschöpfen und Situationen finden kann, warum sollte ich irgendwelche Orte, Menschen oder Zeitfenster als heilig und andere als weltlich abtun?

Dass selbst das Dunkle mir zum Licht wird, das Verlorene mich findet und mir so zu dir wird, du dich ins Ausgegrenzte entgrenzt und sowieso alles zu beleben imstande bist, das ist doch das wahre Geheimnis.

Wenn du überall bist, wenn du Liebe für alle hast, dann braucht es kein schwarz und weiß mehr, kein richtig und falsch und kein draußen und drinnen. Zuhause kann überall sein und ist doch nirgendwo als nur da, wo innerer Frieden in äußeren hineinfließt.

Und ich finde und brauche keinen Ort, an dem ich meinen Kopf ablegen kann, als nur den, den ich mir freiwillig suche – denn ich möchte ja auch noch selber denken.

Der Mensch und das Soziale als sakraler Raum?

In Bezug auf das hartnäckig aufrecht erhaltene Bild von Gemeinde als eine Gottesdienst in eigenen Räumlichkeiten veranstaltende Gruppe, welches ich im letzten Beitrag hinterfragt habe, möchte ich noch auf einen Aspekt verweisen, der damit sehr eng verwoben ist – die Vorstellung, dass wir in bestimmten Orten und Zeitfenstern mehr und gezieltere Begegnung mit dem Göttlichen haben als zu anderen Zeiten und an anderen Orten.

Ich bin mit der Überzeugung aufgewachsen, dass da, wo viele Menschen desselben (richtigen) Glaubens (nämlich den an Jesus Christus bzw die Dreieinigkeit) miteinander eine Versammlung haben, Gott mehr wirken kann. Dort wird das Wirken erwartet, dort wird Gott im Gebet hin eingeladen, dort ist Offenheit da und dort wird eine Verbundenheit gespürt wie es nur möglich ist unter „Glaubensgeschwistern“, also Menschen, die mit sehr ähnlichen Glaubensüberzeugungen an die selbe Vorstellung von Gott genauso unterwegs sind wie man selbst.

Und ja, in den paulinischen und anderen Briefen finden wir eine starke Tendenz vor, dass versucht wurde, derartige Versammlungen aufrecht zu erhalten – allerdings fanden diese nur zu Beginn auch im Tempel, später aber eher nicht in offiziellen tempelähnlichen Räumen, sondern in privaten Haushalten oder auch an geheimen und (sicherlich vergleichsweise ungemütlichen) Treffpunkten statt, insbesondere mit der zunehmenden Verfolgung durch die Regierung.

Erst nach dem Ende der Urgemeinde und mit wachsender Größe wurde eine Instituionalisierung mit Ämtern, gefestigten Hierarchien und einer klaren Top-Down-Strukturierung vorgenommen – wofür dann nach unterirdischen Gemäuern und privaten Häusern eben auch überirdische immer größer werdende mächtige Bauten, bis heute mindestens große Räume für viele Menschen, betrieben wurden, um diese versammeln und belehren sowie einem einheitlich ausgerichteten Glaubensleben zuführen zu können.

Jeshua hatte zwar auch im Tempel gesprochen, dort aber auch ordentlich Rabatz gemacht, als er deutlich kritisiert hat (interessanterweise übrigens nicht durch gutes Zureden, sondern durch Randale), dass der Tempelkult so eng mit Handel verbunden ist. (Vielleicht auch ein Vorbild für eine gelungene Aktion in Sachen Tierbefreiung? :))

Er hat laut Berichten gesagt, dass, wenn der Tempel eingerissen würde, er ihn in drei Tagen wieder aufbauen könnte – ein deutlicher Hinweis darauf, dass er Orte spirituellen Geschehens nicht an sakrale Gebäude geknüpft sieht, sondern an Personen, die ihr Leben in völliger Hingabe der Lebendigkeit der göttlichen Inspiration zur Verfügung stellen..

Auch Paulus hat das bekräftigt, indem er mit den früheren Texten ringt und diese auslegt, ebenso wie das, was zur Zeit von Jeshua passiert ist.

Er schlägt vor, dass ein jeder Mensch, der im Sinne von Jesus wandelt, als Tempel, als sakraler Schauplatz des Anbetens und Wirkens Gottes, fungieren kann.

Wenn ich das noch etwas weiterführe und unter systemischen Gesichtspunkten betrachte, dann stellt sich dieser Entwurf heute für mich so dar, dass nicht nur eine einzelne Person, sondern ihre ganzen sozialen Beziehungen, die diese Person ja mit ausmachen, (mindestens potentiell) Schauplatz und Ort des heiligen Geschehens und des Huldigens eines:r gütigen Lebendigen sind.

Und dass ich wie auch alle anderen dort (also in diesen Kontakten) mich pastoral-priesterlich ins Geschehen einbringen, in Meditation und Kontemplation (oder wie auch immer ich bete) auftanken/in mich gehen kann, etwas von dem, was ich von Jeshua aus den Schriften oder seiner Gesinnung die noch in dieser Welt aktiv ist, gelernt habe, irgendwie anwenden und so teilen kann, dass ich auch zuhöre und versuche, durch mein Gegenüber etwas zu lernen, was meinen Glauben auch herausfordern darf.. und den Fokus darauf richten kann, Segen zu sein und zu empfangen. (Eben all das, was mensch sonst so in „Gottesdiensten“ aka kirchlichen Veranstaltungen so tut).

Das passt dann auch tatsächlich zum paulinischen Vorschlag, dass unser ganzes Leben ein Gottesdienst sein soll, denn dies ist die Schlussfolgerung daraus – mein Leib, mein leibliches Erleben, findet 24-7 statt, nicht nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten. Gemeint ist sicherlich nicht, dass wir uns durchweg in einer Wolke ekstatischen Jubels befinden, wohin wir auch gehen und was wir auch tun. Aber dass wir die Nähe des und zum Göttlichen jederzeit an jedem Ort erwarten dürfen.

Natürlich können spezielle Orte und Zeiten mir besonders helfen, mich auf das Wahrnehmen des Göttlichen zu besinnen, etwas davon zu teilen usw. Aber sie sind nicht Bedingung für das Handeln Gottes an mir und mein göttlich inspiriertes Handeln. Und im Gegenteil – wenn mir Gott einfach ganz wo anders begegnen kann und möchte, bekomme ich das eventuell gar nicht mit, weil ich so darauf fixiert bin, nur durch christliche Bücher, nur durch Anbetungslieder, nur durch Vorträge in Gottesdienstveranstaltungen und nur in Gesprächen, die betend von anderen gesprochen werden, mit dem göttlichen Wirken konfrontiert zu werden- oder es sich dort besonders heilig und wertvoll präsentiert.

Das Handeln von Jeshua, der sich zu vielen Zeiten einfach irgendwo draußen oder zwischen Menschen aufgehalten hat, im alltäglichen Leben, und das Heilige dort hingebracht oder aufgezeigt hat, spiegelt genau das wider.

(Aus den eben aufgeführten Gründen lehne ich es inzwischen ab, davon zu sprechen, dass jemand „im Gottesdienst saß“, „zum Gottesdienst geht“, „beim Gottesdienst gewesen ist“, „zum Gottesdienst eingeladen wurde“ usw. Da ich es von außen einfach nicht beurteilen kann, ob wer, nur weil er:sie einer Veranstaltung beigewohnt hat, die sich so nennt, darin mit Gott in Interaktion getreten ist und Gott gedient, also Gott und Mitmenschen geliebt und sich ihnen verschenkt, hat.

Korinthenkackerei? Vielleicht. Vielleicht aber auch wichtig, um Mauern in den Köpfen nicht mehr weiter zu zementieren. Und ging es nicht eigentlich darum, eine Art Gott kennengelernt zu haben, der:die gerade nicht Wert darauf legt, dass ein religiöser Kult vollzogen wird – irgendwo hinpilgern, etwas opfern, das Gefühl haben, damit etwas wichtiges abgeleistet zu haben für Gott und einen selbst, wieder nach Hause gehen-? Warum wird dann immer wieder dieser Weg eingeschlagen?

Vor diesem Hintergrund schließt sich – analog zur Tempelreinigung- passend die Ausführung von Dorothee Sölle an (in „Mystik und Widerstand“), die in Anlehnung an Meister Eckhart beschreibt, dass unsere Beziehungen – sowohl zu unseren Mitmenschen, als auch zu Gott, sehr kaufmännisch ablaufen und von einem hohen Maß an Zweckrationalität bestimmt sind, „die jedes grundlose Dasein verbietet“. Und wir zurück finden müssen zu einer Art zu Beten, Beziehungen zu führen und mit Gott zu sein, die darauf beruht zu lieben, einfach um der Liebe selbst, zu leben, um zu leben, und nicht mehr zweckrational begründen zu müssen, was uns etwas bringt.

Viele von uns haben sicher bemerkt, wie sich so eine Kosten-Nutzen-Abwäge-Denkweise längst eingeschlichten hat, die natürlich nicht erst seit die kapitalistische Gesellschaftsordnung existiert, davon aber gewiss nochmals tiefgreifend befeuert wurde – das zeigt sich z.B. daran wie häufig wir „Lasst uns mal beten“ damit verbinden zu denken, dass das bedeutet, dass wir nacheinander sagen „Hey Gott, danke für.. und bitte mach doch noch.. bitte schenk doch..“. Wir erkennen es auch daran, dass wir überlegen, ob wir „zu einem Gottesdienst gehen“ – im Sinne von – ob es sich lohnt, es uns was bringt (oder wir was geben können?), dass wir über Gemeindeprozesse so reden, dass wir „etwas investieren“ wollen, und so weiter…

Und was Gott angeht ebenso – was bringt es mir noch, an Gott zu glauben? Was bringt es mir (oder anderen), Christ zu sein…

Liebe ich Gott, um ein angenehmeres Leben haben zu können? Um in den Himmel zu kommen? Um mich sicher zu fühlen? … wie würde sich meine Beziehung zu ihr:ihm verändern, wenn ich Gott einfach lieben würde, weil ich sie:ihn, die Liebe, das Leben etc. liebe? (Um der Liebe und des Lebens willen… dann gäbe es auch keine Überzeugungsarbeit zu leisten, wenn ich einfach Menschen sage „Ich liebe es/ihn/sie“ – ich kann natürlich noch benennen, warum genau,was ich spezifisch liebgewonnen habe – und das kann von niemandem bestritten und weggenommen werden. Jemand anders kann das Göttliche anders beschreiben, erleben, eine andere Beziehung dazu haben- und wir können uns austauschen und sehen, inwiefern wir uns davon prägen lassen oder die Verschiedenheit stehenlassen wollen.)

D. Sölle schreibt: „Frei werden wir, wenn wir „ledig“ von Ängsten und Zwängen“ in Gottes Gegenwart da sind – ohne warum.“

Die zwei Stränge noch einmal zusammengefasst:

Der Messias lässt sich nicht in heiligen Räumen, die von Rechtgläubigen verwaltet werden, verehren, sondern ist mitten unter allen möglichen (und unmöglichen) Menschen zu finden, ja sogar unter Bedürftigen, die nichts vorweisen können. Bei den nackten, hungrigen, gefangenen, fremden. Und wenn wir ehrlich sind, gibt es auch genug Menschen, denen es an Essen, Kleidung, Unterkunft, Wärme, Freiheit usw mangelt. Was für einen Grund gibt es, sich abseits dieser Menschen zu treffen als vermeintlich „Gerettete“ um einen Gott zu loben, der:die Ungerechtigkeit hasst?

Was folgt für mich daraus? Gottesdienstartige Veranstaltungen wurden seit Jeshua und spätestens der Heiligen Geistin obsolet, mindestens fraglich in Häufigkeit und Fokus, der ihnen zugestanden wird sowie dem Grundkonzept, verlieren ihre Legitimation, respektive finden spontan und überall statt, wo Gott es möchte, überall und immer dann, wenn ich mich darauf einlasse – ich selbst, mein Leben, meine Bezüge, verschiedenste Arten von verbindliche Gruppen/ Engagements/ Foren/ Veranstaltungen, meine relationalen Interaktionen, spontane Begegnungen und auch mein Bezug zu mir selbst – das alles sind gottesdienst-analoge Zeiten und Orte.

Fazit:

Mir gefällt die Vorstellung, dass Jeshua heute 1. uns daran erinnert, dass wir aufhören sollen, ständig neue „Tempel“ einzurichten – sakrale Gebäude, kirchliche Räume usw, da sich Gott an jedem Ort und zu jeder Zeit zwischenmenschlich manifestieren und dort Momente und Begegnungen zu Gottesdiensten machen kann und will. Und diese starke Fixierung auf heilige Orte dem nur im Wege steht und sogar die Kapazitäten von Gott wahnsinnig schmälert… wir begrenzen Gott und sperren sie ein, die heilige Geistkraft, weil wir sie für uns Christen pachten und sie nur für uns zugängig wissen wollen.

Und 2. nimmt die Kraft von Jeshua vielleicht auch heute eine Tempelreinigung vor, indem sie unsere Beziehungen – die zu uns selbst, zu unseren Partner:innen, Freunden und Gruppierungen und zum göttlichen Lebensatemn JHWH selbst, von den ökonomisierten Vorstellungen, dass wir Handel betreiben müssten, befreien möchte.

Wir drehen uns dann nicht länger zu besonderen heiligen Anlässen um die immer gleichen Menschen der Ingroup und setzen uns nicht nur für die ein, die uns/einem bestimmten Land/wemauchimmer, auch „etwas zurückgeben“ können. Sondern wir behandeln sie wertschätzend, einfach weil sie fühlende Wesen sind und wir überzeugt sind, dass Menschen und Tiere und Lebensräume würdig behandelt werden sollen, weil sich jederzeit Gott darin zeigen kann.
Wenn ich mir vorstelle, dass sich die messianische Kraft als ein inspiriertes, verbindendes, heilsames Ereignis, gerade dort zeigt, wo ich es am wenigsten erwarte, dann bleibt mir gar nichts übrig, als mich darauf einzulassen, dass alle Menschen gleich wichtig sind. Und mich mit Ausgegrenzten zu solidarisieren und Gott darin nahe zu sein, zu begegnen und zu dienen und mir durch sie dienen zu lassen.

Das ist für mich eine gelebte frohe Botschaft, die sich nicht primär in heiligen Veranstaltungen und Räumen mit Leben füllen lässt und darin nicht ihr Ziel noch ihre hauptsächliche Kraft entfalten kann. Sondern anderes herum- da, wo auch immer solches gelebt wird, verwandeln sich Allerweltsplätze und alltägliche Zeitfenster plötzlich in sakrale Orte und Momente, und zu einer Begegnung mit dem Lebendigen selbst.

Space Easter

Trotz meiner ziemlich großen Fantasie konnte ich mir lange Zeit wenig darunter vorstellen, was es mit der Auferstehung auf sich hat, wie sie funktioniert und warum genau das, was da passiert ist, in dieser Weise nötig war, damit es für alle die das möchten eine andere Form von Lebensfülle und Zustand der Seele geben kann.

Mir hat es auch nie geholfen, dabei in antikes, mittelalterliches, oder sonstwie mythologisches Vokabular und damit ebensolche Vorstellungen zurückzufallen. Erst recht kann ich so nicht mit Menschen darüber sprechen, die etwas anderes glauben.

Ausrechnet der Science-Fiction Film “Interstellar“, den ich gar nicht mal besonders gut fand, hat mir dann vor ein oder zwei Jahren einen Zugang zu dem Thema ermöglicht.

Um hier nicht groß zu spoilern, für diejenigen, die ihn noch sehen möchten, sei nur so viel gesagt – vielleicht gibt es eine Dimension, die erst in einiger Zeit von den Forschern, die sich mit Quantengravitation befassen, erschlossen werden kann. Vielleicht werden dann auch von Menschen Orte erschlossen, die hinter Zeit und Raum liegen, bzw diesen nicht unterlegen sind. Vielleicht werden neue Fortbewegungsmöglichkeiten gefunden, die heute noch gar nicht vorstellbar sind.

Auch der Film „Another Earth“ hat mich hinsichtlich der Vorstellung, wie das mit Himmel, Jenseits und Erneuerung der Geschöpfe so funktionieren könnte, inspiriert. (Dort geht es auch fundamental um das Thema Leid/Schuld und Erlösung). Vielleicht gibt es irgendwo eine Sicherheitskopie von jedem Menschen… und auf dieser Basis könnten weitere Überlegungen passieren – vielleicht kann die Seele dort hinein übertragen werden und diese andere Version der eigenen Person aktivieren. Vielleicht ist dieser anderen Person dann auch nicht möglich, erneut zu sterben, sondern sie hat unbegrenzte Lebenskraft. Weil sie womöglich aus anderer Materie besteht, in einer anderen Atmosphäre lebt, oder andere und unbegrenzte Möglichkeiten von Heilung/Wiederherstellung/Backups oder wie auch immer möglich sind. 🙂

Vielleicht liegt diese andere Welt zudem gar nicht ganz wo anders im Universum, sondern ist ein unsichtbares Raster um diese Welt herum und um die Personen auf dieser Welt herum. Vielleicht gibt es manchmal Momente, in denen diese beiden Ebenen miteinander Verknüpfungen mit Austausch erfahren… so wie ein Remote Zugriff, bei dem Daten verändert werden durch jemand, der gar nicht vor Ort anwesend ist, eigentlich… andere nennen es Wunder. 🙂

Solche Gedanken tun bei mir zweierlei – sie sprengen mein Gehirn. Und sie wecken in mir ganz neues Interesse für diese Thematik.

Vielleicht werden diese ganzen Dinge viel eher vorstellbar, wenn wir sie mit Programmierung und dem, wie das Weltall aufgebaut ist, zusammendenken. Und immer wieder uns in Erinnerung rufen, dass nur weil wir etwas noch nicht verstehen, das nicht bedeuten muss, dass es völliger Unsinn sein muss. Früher konnten sich ja Menschen auch nicht vorstellen, dass wir einmal in Flugzeugen um den Globus reisen werden.

Ja, vielleicht führen all diese Gedankenspinnereien für manche Menschen viel zu weit. Aber vielleicht können sie auch einigen Menschen helfen, sich nochmal zu überlegen, ob sie das alles wirklich für bloße Spinnerei halten. Und wenn ja, ob das vielleicht daran liegt, dass die Möglichkeiten, das ganze physikalisch zu erklären, eben einfach noch in den Kinderschuhen stecken.

Ich habe mich gefreut, dass vor ein paar Tagen eine Kurzpredigt von Jens Stangenberg online gestellt wurde, in der dazu wie ich finde sehr passende Gedanken von ihm zu dem Thema gemacht werden.

(Diese Gedanken tauchten schon vor einer Weile in einer längeren Predigt von ihm auf und ich fand es super passend, sie jetzt nochmal kurz und knapp in Erinnerung gerufen zu bekommen und mit meinen aktuellen Überlegungen dazu verbinden zu können.)

Auch da geht es – so wie ich es verstanden habe – um eine Dimension, die für uns nur zugängig ist, wenn wir uns mit dem verbinden, der an einem bestimmten Punkt der Menschheitsgeschichte aus der Zukunft, die wir erleben werden, diese erlebte Zukunft schon im Vorhinein für uns zugängig gemacht hat. Das lässt sich erst dann verstehen, wenn wir begreifen (was ganz schön schwierig ist), dass in dieser anderen Dimension Raum und Zeit nicht so funktionieren, wie in den Dimensionen, die wir erfassen können und in denen wir uns normalerweise bewegen.

Um aber nach diesen Gedankenreisen mal nicht ganz in Technozentrismus auszuarten…:

Wie viel krasser, als all diese unvorstellbaren Funktionsweisen ist es, dass offenbar ausgerechnet die Liebe das Element ist, das diese beiden Dimensionen miteinander verknüpfen kann.

Kein komplizierter Code, kein hoher wissenschaftlicher Rang, kein tiefgründiges Wissen, scheint notwendig zu sein. Sondern das Annehmen, erfahren und verinnerlichen und verköpern einer aufrichtigen, selbstlosen, tiefen Liebe. Liebe ist das Element, das Möglichkeitsräume zu Wirklichkeitsräumen macht. „Ich bin kein Roboter. Klick. Markiere alle Felder, auf denen Liebe ist.“

Wie schön ist es zu erahnen, dass wir nicht darauf warten müssen, Dinge wissenschaftlich erklären zu können. (Und dass wir bei dem Versuch, vorschnelle und umfassende Antworten zu finden, auch nicht in bedenkliche pseudowissenschaftliche Erklärungen abrutschen müssen..)

Sondern dass diese erahnbare Dimension auch erfahren und ein Stück weit erschlossen werden kann durch das Kennenlernen einer solchen Liebe, wie sie vom ersten Auferstandenen gebracht wurde aus einer Zeit, in der wir alle geheilt und erneuert worden sind.

Diese Liebe stellt alle menschliche Weisheit in den Schatten und ist deshalb wahrlich zauberhaft und abgespaced.

An Ostern verneige ich mich vor dem Geheimnis, das in dieser großen Geschichte steckt.

Bild von Salvador Dali und Screenshot aus dem Film ‚Interstellar‘. Anscheinend haben auch andere diese beiden Themen gut verknüpfbar gefunden. 🙂
https://artsyfartsyfilms.files.wordpress.com/2017/05/dali-interstellar-e1494294480928.jpg

Fremde Namen

In mir ist in den letzten Jahren vermehrt die Frage aufgestiegen, warum in den vielen Bibelübersetzungen eigentlich so selbstverständlich die Namen von Menschen übersetzt wurden. (Theolog:innen vor, wenn da wer eine Antwort hat! :)) Ich meine, insbesondere im neuen Testament. Vielleicht ist das vor allem einer leichteren Lesbarkeit, aber auch Vertrautheit geschuldet, die damit einhergeht? Das klingt vielleicht erstmal gut – ich finde es aber sehr schade.

Ich habe gemerkt, dass es mich irgendwie entfremdet.

Auch wenn ein gemeinsamer sprachlicher und herkunftlicher Hintergrund natürlich nur eine Dimension für das Erleben von Menschen in der damaligen dortigen Gesellschaft war, empfinde ich es dennoch wichtig, diese mit einzubeziehen. Wenn ich also Texte lese, bin ich immer dankbar, kluge Gedanken kluger Menschen zu den Hintergründen mit einbeziehen zu können. Denn vieles erklärt sich nicht einfach von selbst.

Aber dann auch einfach mal ein hebräisches Wort zu hören, mögliche Bedeutung(en) zu erfahren, aber es auch einfach auf mich wirken zu lassen, löst beim Lesen nochmal etwas Besonderes aus und ermöglicht mir einen Zugang auf einer anderen Ebene.

Vor kurzem habe ich mir die Bibel in gerechter Sprache zugelegt. Sehr schön ist es darin gelungen, Gott in der Übersetzung z.B. immer mal als „die Ewige“ oder „Adonaj“ zu beschreiben, sodass es sich abwechselt, und nicht nur ein einseitiges Bild abgegeben wird.

Was mir noch immer fehlt, ist, dass statt „Jesus“ mal Yehoshua oder Yeshua da steht. Dass wir von Mirjam lesen statt von Maria. Jochanan statt Johannes, Matityahu statt Matthäus, Elischewa statt Elisabeth usw.

Ist doch völlig egal, mögen manche sagen. Aber ist es das wirklich? Für mich entsteht durch die Verwendung der aramäischen und hebräischen Formen, da wo es möglich wäre und auch dem entsprochen hat, wie Personen tatsächlich eher angeredet wurden, automatisch mehr Nähe zu damals, zu dort.

Und auch ein bisschen Befremden. Im besten Sinne. Es fühlt sich irgendwie weniger so an, als ob ich mit meiner Sprache etwas vereinnahme, was nicht vereinnahmt gehört.

Und ja, ich würde mir etwas komisch vorkommen, immer wenn ich über ihn rede, Yeshua statt Jesus zu sagen. Aber eigentlich wünsche ich mir die Freiheit, das zu machen.

Weil ich mit der Latinisierung irgendwie immer die römische Besatzung und auch die starke Institutionalisierung und Zusammenlegung des christlichen Glaubens mit der Staatsmacht in konstantinischer Zeit verbinde. Und weil es sich sogar fast anfühlt, wie ein postkoloniales Verfügen darüber, dass der christliche Glaube irgendwie schon immer etwas ‚westeuropäisches‘ war (oder damit, was wir darunter verstehen, zumindest sehr gut zusammenpasst) und bleiben wird.. irgendwie so. Ja, ein ganz schön komischer Satz.. aber genau den Anschein hat es oft genug. Weil, diese Assoziationen entstehen doch durch Zuschreibungen, die sich dann verfestigen und durch auch sehr kleine Details, die sich eben einschleichen und durchsetzen.

Ich will gar nicht unterstellen, dass es mit solchen Absichten passiert ist, wie die Texte angepasst wurden. (Über gravierende Übersetzungsfehler soll es hier heute noch gar nicht gehen..) Auch Luthers Ansatz, dem „Volk auf’s Maul zu schauen“ und eine Sprache zu finden, über die die Menschen tendenziell nicht zu sehr stolpern, sondern die leicht zu verstehen ist, war ja erstmal auch eine ziemlich inklusive Herangehensweise.

Wenn ich nun aber aus meinem Hier und Heute nachspüre, was für eine Wirkung ich bei mir feststelle und was für eine Dissonanz ich darüber empfinde, macht sich in mir der Wunsch breit, zu überlegen, welche Begriffe eine andere Übersetzung benötigen (dazu an anderer Stelle mehr) und eben auch, an welcher Stelle inhaltliche ‚Verdeutschungen‘ oder Latinisierungen nicht allein sprachlich, sondern auch begrifflich passierten, die sehr viel mit dem machen können, was für ein inhaltliches Verständnis bei uns dadurch entsteht, welche Konzepte wir diesen Begriffen zuschreiben.

Die Namen wiederum stehen konkret für den Menschen mit einem konkreten Hintergrund. Deshalb empfinde ich es nochmal als etwas Besonderes, wenn Menschen im Zuge von Übersetzungen mal eben umgenannt werden. Vielleicht, weil es sich dadurch so anfühlt, als ob ihre Herkunft eine andere ist? Heute ist das immer mehr in Bewegung, der Name verrät nicht unbedingt eine Herkunft. Aber in vielen Gegenden ist das eben doch noch so und zumindest drückt es eine Wertschätzung gegenüber einer bestimmten Sprache und den Orten, an denen sie gesprochen wird sowie gegenüber den Menschen aus, welche diese Sprache sprechen, wenn Namen dieser Sprache verwendet werden.

Auch heute erleben Menschen, dass ihre Namen nicht ausgesprochen werden können, weil sie zu kompliziert sind. Manchmal werden diese auf Bürgerämtern in Pässen einfach so geändert, nach dem dritten Nachfragen und kommunikativem Missverständnis.. Andererseits kann auch nicht alles 1:1 von einer Sprache in die andere übertragen werden, weil sich z.B. die Schriftzeichen gar nicht so wechselseitig entsprechen. (Mit dem Aussprechen meinem Namen haben Menschen anderer Muttersprache auch schon immer mal Probleme gehabt, da kamen teilweise lustige Wortneuschöpfungen zustande ;-))

Dass Namen abgewandelt werden, ist eben auch ein Ausdruck dessen, sich Dinge zugänglicher zu machen.

Bestünde denn aber nicht manches Mal ein reichhaltigerer Zugang gerade darin, sich von Befremden neugierig machen zu lassen? Sich darauf einzulassen, es auszuhalten, einfach auf sich wirken zu lassen.. und zu merken, dass das genau so gut sein kann?

Und mit Blick darauf, dass Yeshua in Darstellungen zunehmend weißer dargestellt wurde, wie kulturelle Aspekte, die als ‚orientalisch‘, ’nahöstlich‘ o.ä. wahrgenommen werden, bei Menschen Befremden oder Abneigung auslösen.. wäre vielleicht nochmal ein guter Ansatz, sich zu fragen, ob und warum eigentlich schon diese hebräischen Wurzeln und (nicht zuletzt die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit) in den Namen gar nicht mehr zu hören sind… zumindest mir fehlt diese Herkunft im Klang der Namen beim Lesen.

Ich freue mich davon zu hören, wenn es anderen damit ähnlich geht oder ihr noch Gedanken dazu habt. Oder auch wenn ihr gute Pro-Argumente dafür habt, warum es auch gerade gut sein kann, die lateinischen und griechischen Formen zu verwenden. 🙂

„Life isn’t about…

…finding yourself, life is about creating yourself.“ (George Bernhard Shaw)

Dieser Spruch hängt seit einer Weile über meinem Schreibtisch.

Obwohl der Verfasser dieses Spruchs schon seit siebzig Jahren tot ist, steht dieser Spruch für mich für etwas, auf das sich viele Menschen erst langsam oder noch gar nicht einlassen können, was aber etwas sehr hilfreiches ist in meinen Augen – eine konstruktivistische Denkweise. Sehr oft wird das auch missverstanden, so als ob Konstrukte nicht wirklich im Sinne von wirksam seien… dann lieber an Überzeugungen klammern, die mir sagen ich könne herausfinden „wie es wirklich ein für alle Mal für alle gültig ist“. .

Und genauso leben viele auch ihren Glauben (Life is about finding faith…einmal den richtigen Glauben gefunden muss ich diesen nur noch behalten und dann ist alles gut..) und möchten auch ihr Gottesbild, ihren Gott, einmal für immer finden. In einem bekannten freikirchlichen Lobpreislied heißt „Wir wollen dich erkennen, wie du wirklich bist“. . an dem Punkt, wo ich mich jetzt befinde, kommt mir diese Bitte seltsam und von Gott so auch gar nicht erfüllbar vor. Im Gegenteil – Ich bin froh, dass Gott (?) mich durch mein Studium und Freunde an den Konstruktivismus herangeführt hat.. weil genau das mein Herz gegenüber verschiedenen Überzeugungen, Haltungen und Glaubensrichtungen weiter macht. Passender wäre für mich zu bitten „wir wollen erkennen, welche Vorstellungen von dir und Erlebnisse mit dir auf welche Weise in unserem Leben wirksam sind“. Oder „wir wollen dich noch anders kennenlernen, als unsere Prägungen es uns vorgeben“. (Klingt zugegeben etwas sperrig für einen Liedtext ;-)). Wir wollen dich sein lassen, wie du noch sein kannst… und uns eingestehen, dass wir dich auf eine Art zu dem machen an was wir glauben. Denn sonst gäbe es doch auch nicht so unterschiedliche Gottesbilder und Arten, den Glauben zu praktizieren.

Wenn ich mir anschaue, wie pluralistisch allein die christliche Glaubenslandschaft aufgestellt ist, wie verschieden da geglaubt, gedacht und gehandelt und verkündigt wird, ist mir die Vorstellung, jede dieser unterschiedlichen Gemeinschaften hätte einen kleinen Teil dessen, ‚wie Gott wirklich ist‘, begriffen, oder aber – eine Gruppe hätte nahezu alles davon erkannt, ein bisschen absurd.

(Ist letzteres der Fall, müsste ich mich ständig fragen, ob ich der bestmöglichen Gruppierung angehöre, den „richtigsten“ aller Glauben also gefunden habe.. und müsste die anderen in irgendeiner Form bekämpfen, abwerten usw. Ist allerdings ersteres der Fall, dann kann keine Gruppierung für sich in Anspruch nehmen, tatsächlich mit Gott unterwegs zu sein, sondern lediglich mit einem Teil von ihm, und welcher, ist ihnen selbst womöglich völlig unklar. Wie kann so noch ein personales Du adressiert werden..?)

Für mich ist es naheliegender, es so zu beschreiben: Alle machen sich Bilder von Gott und keines entspricht dem, wie Gott „wirklich ist“, sondern das, was Gottes Wesen und Wirken ist, kann sich anhand der Bilder, die wir uns machen, entsprechend entfalten – oder eben auch nicht. (Ob das, was wir sehen, was sich entfaltet, wiederum von uns einem Gott zugeschoben wird, oder nicht, steht sowieso nochmal auf einem anderen Blatt).

Wie oft habe ich in Gebeten gehört, dass „Gott einen Plan für dein/mein Leben“ habe… und heute denke ich mir so – nein, sorry! Gott hat mir mein Leben geschenkt. (Indirekt, indem eine von mir als Gott bezeichnete Kraft bei der Entstehung menschlichen Lebens inspirierend anwesend war und ist). Und das doch aber eben nicht um dann damit zu planen. Ich bin nicht sein Humankapital. Geschenk ist Geschenk und nicht zweckgebunden. Und es geht auch nicht um mich. Es geht um Menschen an sich.

Wenn Gott tatsächlich einen Plan hat, dann doch wohl den allgemeinen, dass Menschen lernen, menschlich miteinander umzugehen.

Was ich dafür konkret in meiner Zeit, Gesellschaft, Situation, beisteuern kann – dafür brauche ich keinen Plan rausfinden, dafür brauche ich Persönlichkeitsentwicklung und Raum zur Entfaltung. Und ein Einlassen auf diese teife innere unbekannte Inspirationsquelle, die ich als göttliches Gegenüber sowohl rational als auch intuitiv lernen kann zu erfahren..

Das ist eine andere Herangehensweise, die von außen ähnlich aussehen kann, hinter der allerdings eine ganz andere Haltung steht. Für mich ist diese Haltung heilsam.

Mir hilft es nicht mehr, Bücher zu sehen oder Predigten zu hören, die Menschen erzählen, es gäbe eine von Gott angeordnete konkrete Berufung für sie, die es nur herauszufinden und zu erfüllen gilt. Manchen mag das helfen, andern aber eben nicht. Bei vielen Menschen machen solche Aussagen sehr viel kaputt und bauen Druck auf. Und für die braucht es andere Botschaften. Zum Beispiel die: Ich darf mich von Gott inspirieren lassen und mir meine Berufung durch einen lebendigen Prozess, der kreative Begegnungen mit diesem Gott enthält, selbst erschaffen.

Wenn ich zu etwas berufen bin, dann dazu, auf mich selbst zurückgeworfen zu sein und meinem Leben eine Bedeutung und Berufung zuzuweisen. ((Hashtag Existenzialismus). Ich darf schöpferisch tätig sein. Und muss das sogar. Hallelujah, Empowerment für alle! Sounds like Jesus to me.

Ich selbst darf herausfinden, was mir liegt, mich interessiert, mein Herz schlagen lässt, mich vital macht – und genau das darf ich dann tun. Und wenn ich etwas anderes tue, dann ist das so. Ich brauche nicht mehr meine Berufung herausfinden. Wenn ich am richtigen Fleck bin, werde ich das schon merken, weil mein Umfeld mir das spiegelt und weil mein Leben sich stimmig anfühlt. (oder im Christensprech: weil es gute Früchte hervorbringt, was ich da tue. Also weil es mich und andere nährt). Weil mein Handeln in Resonanz mit meinen Haltungen und Bedürfnissen und denen anderer ist.

Um noch einen Schritt weiterzugehen- ich darf mir meinen Glauben und mein Gottesbild konstruieren – ich muss es sogar. Alle tun das ohnehin. Jede Person, welche die Bibel liest, erzeugt mit dem Hintergrund, den sie mitbringt, Bedeutungszusammenhänge für ihr Leben – oder auch nicht. Und diese unterscheiden sich.

Für manche mag der Ansatz ketzerisch sein, für andere vielleicht überlebenswichtig – wir basteln uns einen Gott und einen Glauben, der uns entspricht. Und suchen uns eine Gemeinschaft, die dazu passt und basteln uns auch diese zurecht.

Und so wie manche eben (in guter alter Tradition) sich einen Gott kreiert haben (und den nun kämpferisch zu bewahren versuchen), der bestimmte Eigenschaften hat (wie z.B. männlich) und bestimmte Menschen vom Glauben ausschließt, kreire ich mir eine:n, der:die für alle Menschen da ist und vielleicht ganz anders ist, als ich es mir bisher vorgestellt habe. (Ob ich den noch kämpferisch bewahren muss, überlege ich mir noch 😉 Ich hoffe nicht.)

Beispiel: So, wie Paulus an einer Stelle gerafft hat (was wäre passiert, wenn nicht?!), dass auch nichtjüdische Menschen zur Familie Gottes gehören können, und nicht nur Juden, so ist es vielleicht an der Zeit, zu überlegen, ob auch nichtchristliche Menschen dazu gehören können… ?

Fazit: Inwiefern darf, kann und muss sich Glauben und unser Bild davon, wie Gott ist, ändern, um heute wirklich heilsam für Menschen sein zu können? Wie lassen wir Gott sein, wie lassen wir Gott nicht sein?

Gott ist Mensch geworden, Gott ist gestorben, also liegt doch die Vermutung nahe- eine Änderung seines:ihres Zustands scheint nicht unbedingt das Problem zu sein – außer für uns Menschen…. ?!

Los geht’s!

Das letzte Mal, dass ich gebloggt habe, ist ein paar Jahre her: Der Blog hieß „umjogoforadecasa“ (zu deutsch: Auswärtsspiel) und handelte von meinem Praktikum in einem Hort in Brasilien.

Auch diesmal bedient sich der Titel meines Blogs aus mir unbekannten Gründen einer Fußballmetapher 😀

Und irgendwie fühlt es sich so ähnlich an, wie ein Auslandsaufenthalt – ich bin im Neuland unterwegs, mache spannende Entdeckungen, lasse mich irritieren, lasse manches hinter mir, mache ungewohnte Erfahrungen, „fremde“ Gerüche, Geräusche und sonstige Eindrücke werden immer mehr zu welchen, die ich nicht mehr missen möchte. Manchmal spielt Heimweh eine Rolle, aber hinterher bin ich nicht mehr die selbe. Und einen Teil meines Lebens habe ich dort verbracht.

Genau das passiert mir gerade mit meinem Glauben.

Dich, liebe:r Leser:in, lade ich herzlich dazu ein, dich auf Einblicke in diese Reise einzulassen. Ein bisschen teilzunehmen, sie auf dich wirken zu lassen. Dich in mich hineinzuversetzen. Und vielleicht etwas vorzufinden, was du dir mitnehmen möchtest. 🙂

Es wird hier aus Sicht mancher inhaltlich ziemlich unkonventionell und potentiell provokant zugehen. Das sei mal als allgemeine Triggerwarnung für eher an beständigen fundamental-festen Ansichten orientierte Leser:innen noch hier angemerkt. =)

Ich strecke mich aus, nach dem was vor mir liegt.

Und freue mich über Menschen, mit denen ich dabei in Kontakt und Begegnung sein darf.

Sylvi